Seit Januar 2025 gibt es das DAF Praxisassessment – ein Angebot, das das SAH Zentralschweiz für die Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen (DAF) des Kantons Luzern erbringt. Im DAF Praxisassessment werden die Ressourcen und Fähigkeiten von geflüchteten Personen und vorläufig Aufgenommenen in Bezug auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes ermittelt. Ein Jahr später ist Zeit für eine kurze Standortbestimmung und Ruth Angliker, Assessorin und Kursleiterin, steht Rede und Antwort.

 

1. Wenn du an die Anfänge zurückdenkst – was kommt dir in den Sinn?

Der Start war intensiv und teilweise etwas stressig – innerhalb kurzer Zeit haben wir gemeinsam mit viel Unterstützung von Pirmin und Erik ein neues Angebot aufgebaut. Zu Beginn gab es noch viele offene Fragen, die wir Schritt für Schritt klären konnten. Dank dem flexiblen und engagierten Einspringen von Brigitte, Mehmet und vielen weiteren Personen konnten alle Kurse des vergangenen Jahres reibungslos stattfinden. Das Angebot läuft bereits gut – das „Kernteam“ arbeitet eingespielt – auch wenn es noch einige Punkte gibt, die wir weiter optimieren können.

 

2. Wie viele Teilnehmer*innen haben 2025 am Angebot teilgenommen?

Im Jahr 2025 haben wir insgesamt zehn Kurse durchgeführt – mit durchschnittlich zehn bis elf Teilnehmer*innen pro Kurs.

 

3. In eurem Angebot gibt es ein Textil- und ein Holzatelier. Wie reagieren männliche Teilnehmer, wenn sie dem Textilatelier zugeteilt werden, das in unserer Region oft noch als «Frauenarbeit» gilt?

Die Reaktionen sind vielfältig. Für manche ist es kein Thema – einige Männer möchten gar bewusst im Textilatelier arbeiten, da es in ihren Herkunftsländern oft ein typischer Männerberuf ist. Frauen hingegen haben manchmal zunächst mehr Berührungsängste mit dem Holzatelier. Die meisten zeigen sich flexibel und offen für Neues.

 

4. Nach dem Bildungsblock und dem praktischen Teil im Holz- oder Nähatelier absolvieren eure Teilnehmenden einen Praxiseinsatz in einer Firma. Wer organisiert die Einsatzplätze in den Firmen für eure Teilnehmer*innen?

Diese Aufgabe liegt aktuell noch beim Job Coaching – konkret bei Pirmin Amrein, dem Angebotsleiter. Für uns wäre es neben dem laufenden Kursbetrieb zeitlich kaum möglich, diese Rolle zusätzlich zu übernehmen. Wir unterstützen Pirmin gerne, wo immer wir können.

 

5. Welche Momente in der Arbeit mit den Teilnehmer*innen haben dich besonders berührt?

Besonders bewegend sind Momente, in denen wir verborgene Talente entdecken – etwa grosses handwerkliches Geschick bei Menschen mit wenig Schulbildung. Auch die Herzlichkeit der Teilnehmer*innen berührt immer wieder.

 

6. Wie hat sich das Angebot beziehungsweise die Zusammenarbeit nach einem Jahr verändert?

Das Angebot entwickelt sich kontinuierlich weiter – und mit ihm auch unsere Zusammenarbeit. Für 2026 sind mehr Kurse geplant, was bedeutet, dass mehr Personen eingebunden sind. Das bringt neue Herausforderungen mit sich – etwa im Informationsfluss, in der Organisation der Ateliers oder in der klaren Kommunikation – alles wichtige Bausteine für gute Schlussberichte. Wir sind in neue Räume an der Birkenstrasse gezogen und haben uns dort gut eingelebt. Einiges ist noch neu für uns – und auch die Kommunikationswege zwischen uns, dem Sekretariat und dem Jobcoaching sind etwas länger geworden.

 

7. Wo siehst du aktuell noch Verbesserungspotenzial?

Viele verschiedene Personen sind in die Durchführung des Angebots eingebunden – was uns mehr Flexibilität gibt. Gleichzeitig sehen wir hier auch Potenzial, die Zusammenarbeit noch strukturierter und noch besser abgestimmt zu gestalten.

 

Hier geht es zum Angebot:

 

DAF Praxisassessment

Die Ressourcen und Fähigkeiten von geflüchteten Personen und vorläufig Aufgenommenen werden in Bezug auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes ermittelt

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